Erlebnisberichte vom Heubethof

 Ein Erlebnisbericht von Susanne Keller-Jochems (Januar 2014)

Liebes Heubethof-Team,

wir haben über den Jahreswechsel 2013/14 das Vergnügen gehabt, 5 Tage bei euch zu verbringen. Wir waren neun Personen, davon vier Erwachsene und 5 Kinder/Jugendliche. Die Kids haben alle in einem Mehrbettzimmer geschlafen, wir Erwachsene haben ein Doppelzimmer und ein kleines Appartement belegt.

Meine Familie und ich waren jetzt zum zweiten Mal im Heubethof, und er hat uns erneut ganz verzaubert. Wunderschön gelegen bietet er alles, was wir für einen gelungenen Urlaub brauchen. Das Haus ist sehr aufmerksam und liebevoll eingerichtet. Dabei wird viel Material aus der Natur eingesetzt: Handläufe aus urigem Holz, das man gerne anfasst, interessant gemaserte große Baumscheiben, die einen Raum schmücken und gleichzeitig auch erden, Naturfaserseile, die im Treppenhaus herunterbaumeln und mit ihnen allerlei Fundstücke aus der Natur, selbst gestaltete Deckenlampen, die den langen Fluren ein angenehmes weiches Licht spenden.

Ähnlich liebevoll sind die Zimmer dekoriert, die dadurch nicht das typische Landschulhaus- oder Jugendherbergsfeeling vermitteln (wobei ich gegen Jugendherbergen überhaupt nichts habe, aber sie sind eben funktional und nicht ästhetisch ausgestattet). Das Auge findet im Heubethof also viel Schönes zum Anschauen, und die vielen, teilweise auch großen Fensterflächen bieten einen tollen Blick in die wohltuend unverbaute Umgebung. Zumal wenn die Sonne scheint und der Schnee glitzert, wie es bei uns immer der Fall war. Wir kennen also nur den Winter dort.

Soweit also zur optischen Ästhetik, die zu einer Wohlfühlatmosphäre beiträgt. Hier ist Platz und Raum. Innen und außen. Aufmerksam, wertschätzend, hilfsbereit und unaufgesetzt freundlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ganzen Teams unter der entspannt wirkenden aber aufmerksamen Leitung von Robby Lange.

Die Küche bietet leckeres abwechslungsreiches Essen, auch wenn man kein Fleisch essen möchte. Die Mahlzeiten sind einfach, bestehen aber immer aus drei Gängen: Suppe und/oder Salat, Hauptspeise (beispielsweise Gulasch mit Knödeln, Thaigemüse mit Reis, Schnitzel/Pommes/Salat) Dessert. Das Frühstückbuffet lässt keinen Wunsch offen und hat ein breites Angebot für Süß- und Salzschnäbel.

Großzügig finde ich die Selbstbedienung bei den Getränken. Man nimmt sich, was man braucht, und trägt das Konsumierte in eine Liste ein. Am Schluss wird abgerechnet. Dieses offene System setzt natürlich voraus, dass man Lust hat, es mitzumachen und aufrecht zu erhalten. Und das gilt im übertragenen Sinne für das ganze Heubethofkonzept. Es funktioniert nur, wenn die Gäste Lust haben, es funktionieren zu lassen. Also Ehrlichkeit bei der Getränkeentnahme, Holz nachlegen im Aufenthaltsraum abends, wenn man noch sitzt. Dreckige Schuhe und Klamotten in den Trockenräumen lassen und innen Hausschuhe tragen, das Essensgeschirr wie in der Jugendherberge selbst zum Geschirrwagen bringen und für die Spülküche vorsortieren, die Gemeinschaftsduschen und Toiletten sauber halten...

Bei den zwei Mal, die wir bisher da waren, haben wir nur Gäste getroffen, die bestens in das Konzept gepasst haben. Jederzeit konnte man mit jedem ein paar Worte wechseln, und es wäre sicherlich möglich gewesen, auch in ein Kartenspiel oder Brettspiel am Nebentisch einzusteigen. Aber da wir abends immer Rodeln waren, kam das für uns nicht in Frage.

Ein Hotel ist der Heubethof nicht, sondern eine außergewöhnliche Unterkunft für Gruppen, Familien und alle, die auch gerne Raum und Platz mit anderen teilen. 
Wir kommen wieder!


Susanne Keller-Jochems, 9.1.2014

Ein Praktikumsbericht von Alexander Deutsch

 Neun Monate am, im, um den Heubethof mit Spannung, Spaß, Anstrengung und vielen menschlichen Begegnungen

Nach meiner Ausbildung zum Sozialassistenten und der Fachhochschulreife in Kassel, war ich auf der Suche nach einer Stelle für mein Anerkennungspraktikum. Mit der Erwartung, irgendwie die Erlebnispädagogik näher kennen zu lernen, bin ich über Freunde zum Heubethof im Allgäu gekommen. Mit gemischten Gefühlen, ob es das ist, was ich will, kam ich dann dort sehr zurückhaltend an.

Der Heubethof lebt vom Kommen und Gehen der Gäste, vom menschlichen und sozialen Miteinander. Wenn das Haus voll ist, dann lebte es. Ich könnte es auch beschreiben wie ein Ein - und Ausatmen.

In der Zeit in der ich dort war, erlebte ich, dass das Team immer stärker zusammen gewachsen ist und dadurch immer effektiver werden konnte. Das lag auch daran, dass wir im Laufe der Zeit die Stärken und Schwächen der Einzelnen kennen lernten. Dies konnten wir dann als Team bei der Aufgabenverteilung berücksichtigen. So konnte ich einerseits Aufgaben an andere, die diese besser und schneller erledigen können abgeben und andererseits Aufgaben von anderen übernehmen. In dem Zusammenhang konnten wir immer wieder von einander lernen. Das menschliche, soziale miteinander Arbeiten ist etwas, was in meinen Augen den Heubethof aus macht, und ich möchte es in meiner Zukunft nicht mehr missen. Dazu kommt, dass man am Heubethof über alles reden kann und ich habe nie erlebt, dass nicht gemeinsam eine Lösung gefunden wurde. Die Schwierigkeit war eher, dass die Probleme nicht angesprochen wurden. Das war auch für mich in dieser Form neu, dass ich meine Fragen und Bitten einfordern kann und wenn sie wieder vergessen wurden, dass ich dran bleibe. Früher habe ich gleich aufgegeben und nicht weiter gefragt damit der Andere nicht ärgerlich wird. Wenn über alles geredet werden kann, ist es eine Gefahr, denn bei fünf Menschen hat jeder seine eigene Vorstellung, wie die Dinge zu tun sind. Hier habe ich an mir beobachtet, dass ich erst nichts gesagt habe, später zu viel und erst am Ende gelernt habe abzuwägen, wann es sinnvoll ist, meine Meinung zu sagen und wann nicht.

Zum Leben im Heubethof gehört auch eine ruhigere Zeit dazu. Solch eine war im November, in der das Haus geschlossen war und wir mit der Grundreinigung, Reparaturen und Verschönerungsarbeiten beschäftigt waren. Diese Zeit hat nicht ganz so viel Spaß gemacht wie jeden Tag mit den Kindern draußen zu sein, aber auch hier gab es immer wieder schöne Arbeiten. Der Spaß kommt, wenn man mit lauter Musik und Marianne die Gänge putzt. Wenn ich davor das Haus mit all der Mühe die im Detail steckt noch nicht schätzte, dann spätestens nach dieser Zeit und der Arbeit die ich hineingesteckt habe. Damit Ihr beide Zeiten mitbekommt, empfehle ich euch mindestens ein halbes Jahr Praktikum am Heubethof zu machen.

Bewundernswert fand ich auch bei Robby und Tamara, wie gut sie es schaffen möglichst alles im Blick zu behalten. So fühlte ich mich in der ganzen Zeit in der ich dort war, immer gefordert, aber selten überfordert. Ich lernte die Erlebnispädagogik stückweise kennen und verstehen. Immer mehr Aufgaben wurden mir übertragen, die ich am Ende übernehmen und mich in ihnen versuchte konnte. Ich freute mich immer wieder über einen erfolgreichen Tag, auch wenn am Abend die Küche noch mit Arbeit auf mich wartete. Nach zehn Stunden Arbeit (im Sommer) und einer Stunde Gemeinschaftssport fiel ich nur ins Bett. Auch hier kommt es darauf an, entweder man lebt es und dann macht es Spaß oder ich schaue auf die Uhr und schreibe Stundenzettel und es wird zur Qual.

Ich sage DANKE für die tolle Zeit und für all das, was ich an Lebenserfahrung mitnehmen kann.

Bis auf ein baldiges Wiedersehen
Euer Alexander

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